Paketzustellung in Deutschland Hermes führt intelligente Tourenplanung ein

Hermes Germany führt eine neue, volldigitale Tourenplanung für die Paketzustellung in Deutschland ein. Die Software auf Android-Basis ermöglicht das Angebot neuer Services, Zusteller profitieren zudem von einer intelligenten Routen- und Verkehrsplanung. Mehrere Millionen Euro werden investiert.

Hermes Tourenplanung by NUNAV (Foto: Hermes)


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Hermes Germany führt eine neue, volldigitale Tourenplanung für die Paketzustellung in Deutschland ein. Der Zustellprozess wird damit noch präziser und effizienter. Die Software auf Android-Basis ermöglicht das Angebot neuer digitaler Services für Verbraucher, etwa in Form kürzerer Zustellzeitfenster. Paketzusteller profitieren u.a. von einer intelligenten Routen- und Verkehrsplanung, die das Risiko für Tourverspätungen senkt und sich im Fahrtverlauf dynamisch an Veränderungen anpasst. Dem bundesweiten Rollout des Systems ist ein umfangreicher Pilottest vorausgegangen. Projektpartner ist das Start-up Graphmasters aus Hannover. Hermes investiert mehrere Millionen Euro in die Einführung der modernen Technik.

Hermes Tourenplanung by NUNAV. (Foto: Hermes)

„Die neue Tourenplanungssoftware ist für unsere Letzte Meile ein Quantensprung. Wir erhöhen die Präzision und senken die Fehlerquote, gleichzeitig wird die Einarbeitung neuer Zusteller erleichtert und die Fahrerbindung gefördert. Zudem können unsere Boten noch besser auf aktuelle und sich anbahnende Verkehrslagen reagieren, auch dann, wenn sie außerhalb ihres Stammgebietes unterwegs sind. Mittelfristig erwarten wir durch die neue Software eine höhere Tourproduktivität, bei gleichzeitiger Senkung der CO2-Emissionen“, sagt Projektleiter Markus Haller, Head of Network Optimization & Design bei Hermes Germany.

Eingesetzt wird die neue Software auf Android-Phablets der Marke Huawei. Über 11.000 Geräte werden seit Anfang Mai bis Ende Oktober sukzessive auf alle Zusteller in Deutschland verteilt. Damit ist das System pünktlich zum kommenden Weihnachtsgeschäft bundesweit einsatzbereit. Erste Tests des Systems hatten bereits 2016 stattgefunden. Ein zweiter großer Pilottest Ende 2017 mit rund 1.000 Geräten an mehreren Zustellbasen verlief erfolgreich.

Dynamische Routenberechnung

Digitale NUNAV-Tourenplanung von Hermes. (Foto: Hermes)

Die neue Tourenplanung von Hermes Germany basiert auf der „NUNAV Courier“-Software des Hannoveraner Start-ups Graphmasters. Herzstück der Software ist eine auf lernenden Algorithmen basierende, intelligente Navigation, die in der Lage ist, individuelle Routenanpassungen bereits vor der Entstehung von Staus vorzunehmen. Dazu setzt das System, das in abgewandelter Form auch von deutschen Verkehrsmanagern empfohlen wird und in europäischen Metropolen bei Großveranstaltungen wie Messen, Konzerten und Sportevents zum Einsatz kommt, gezielt auf Schwarmintelligenz und kollaborative, dynamische Routenberechnung.

Bei Hermes wird die NUNAV-Navigationssoftware gekoppelt mit verschiedenen Tourdaten. Dazu zählen stoppspezifische Parameter wie Zustellzeitfenster oder auch Öffnungszeiten eines PaketShops ebenso wie tourspezifische Faktoren, etwa die Arbeits- und Pausenzeiten oder auch der eingesetzte Fahrzeugtyp. Mit dieser Datenkombination errechnet das System die optimale Fahrtreihenfolge und passt sie bei Bedarf während der Tour in Echtzeit an. Zudem unterstützt die Software die Paketzusteller bei der Organisation ihrer Arbeitsabläufe, inklusive Arbeits- und Pausenzeiten.

Serviceverbesserungen für Privatkunden

Verbesserte Services, die im Zusammenhang mit der neuen Tourenplanung bei Hermes möglich werden, starten sukzessive ab Sommer 2018. So ist perspektivisch im gesamten Bundesgebiet eine Verschlankung der Zustellzeitfenster auf 30 bis 60 Minuten vorgesehen, da die neue Software eine wesentlich präzisere Zustellprognose erlaubt. Erste Tests beginnen in den kommenden Monaten. Die neue Tourenplanungssoftware ist zudem integraler Bestandteil des Ziels, die gesamte Customer Journey bei Hermes zu digitalisieren und fortlaufend zu verbessern. In diesem Zuge ist u.a. geplant, die Benachrichtigungskarte aus Papier mittelfristig durch ein digitales Pendant zu ersetzen. Bereits abgeschlossen ist die Umrüstung der aktuell rund 15.000 PaketShops auf eine neue Scanner-Generation.

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